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Wenig Gleichgewicht und wenig Wasser

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Inzwischen neigt sich die Saison 2026 dem Ende zu. Ich hatte im Frühjahr die Rollanlage durch ein Seldén-50-System ausgewechselt und dafür die Genoa anpassen müssen. Weiter habe ich zwei Klemmen für die Genoa-Schoten montiert, womit ich wenden und halsen kann, ohne mich gross bewegen zu mässen. Leider habe ich mit Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen und segle die Manöver deshalb auf den Knien. Zusätzliche Festhalteleinen sollen ein Ueberbordgehen verhindern.. Ich schreibe solche Unpässlichkeiten dem Alter zu und beneide alle, die mit 75 noch keine solchen Krücken  brauchen.  "Osprey" hat auch dieses Jahr wieder als Schulschiff gedient.. Enkel und Grossvater sind gemeinsam in See gestochen. Der 12jährige hat das Steuern irgendwie im Gefühl und ich spielte Vorschötler und Ausguck. Der Wasserstand des Untersees war krass niedrig, doch unsere Rampe im Hafen war die ganze Saison in Betrieb, eine der letzten, wo auch grössere Motorboote einwassern konnten. Entsprechend herrschte bes...

"Osprey" - eine vergnügliche Jolle zum kleinen Preis

Lis

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  Bis zum Tag, als ich im Netz das Angebot einer Lis-Jolle sah, war mir der Name Lis nie begegnet. Das kleine, unbekannte Boot gefiel mir, der Preis war unschlagbar. Und so googelte ich den Begriff  und siehe da: Wir haben es mit rund 1600 gebauten Exemplaren zu tun, es gibt den Typ seit über 50 Jahren. Eine Klassenvereinigung existiert und das Beste: der Erbauer, Peter Gade, ist noch immer aktiv. Ich rief in Aachen an und er meldete sich gleich selbst am Telefon. Und so kam es, dass ich das kleine Schiff kurz entschlossen kaufte. Nach fünf segelfreien Jahren war ich jetzt wieder Besitzer eines Segelbootes. Das letzte war eine First 30 gewesen für Thörns auf der Ostsee, davor ein Corsaire auf Schweizer Seen. Noch weiter zurück liegen eine kleine Surprise, eine Ovni 35 für die Gewässer der Bretagne und des Nordatlantik,  und - am Beginn der Karriere - eine Hunter 27 in den USA Ein kleines Schiff aus den neunziger Jahren fehlt in dieser Aufzählung, eine selbstgebaute Jolle...

Lebendig begraben

In einem Kommentar im Lis-Blog bin ich gefragt worden, was ich von der kleinen Kajüte halte. Da ich unter Platzangst leide, muss ich antworten: Nichts. Ich käme mir vor wie lebendig begraben und hätte ähnliche Panik, wie sie in der Erzählung "The Premature Burial" von Edgar Allen Poe beschrieben wird.  Doch im Fall eines Durchkenterns ist die kleine Kajüte natürlich sinnvoll, weil sie (zusammen mit der Backskiste) sehr viel Auftrieb gibt - vorausgesetzt man hat die Lucken richtig abgedichtet. Ich habe den Schliessmechanismus geändert und mit einem Schraubrad versehen, das wirklich Druck auf die (neuen) Dichtungen gibt. Auch die Backskiste wurde mit neuen Dichtungen und Spannhalterungen ausgestattet. 

Schwert eingebaut

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Der Bootskauf unterscheidet sich vom Autokauf in einem wichtigen Punkt: Man kann mit einem Boot nicht einfach losfahren. Es folgt eine lange Zeit des Kennenlernens, Sichtens, Inspizierens, Prüfens, Nachfragen...Und je ausgiebiger sich der neue Besitzer mit seinem Gefährt beschäftigt, desto länger wird die To-do-Liste. Wer ein Gebruachtboot kauft, handelt sich - das normalste der Welt - zuerst mal ein paar Probleme ein, die es zu lösen gilt. Im Fall meiner Lis war das Schwert ausgebaut. 30kg sind wenig für ein Schwert, aber viel, wenn man es hochheben und im Schwertkasten  mit einem Bolzen befestigen will. Vorausgesetzt, man hat einen Bolzen. Dieser fehlte in meinem Fall und muss bei SVB in Bremen bestellt werden. Im Katalog stoße ich auf den Begriff "Gebrauchslänge". Das muss die Länge ohne den Kopf des Bolzens sein bis zum Loch für den Splint. Und genau so ist es. Für den Einbau des Schwerts gibt es verschiedene Methoden. Mit einem versierten Kollegen zusammen haben wir das ...

Mast stellen

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 Mit dem Stellen des Mastes hatte ich auf zwei Booten Erfahrung gesammelt. Die Surprise hatte nach langem Probieren eine massive Mastlegevorrichtung als Mastfuss bekommen, wo die ärgsten Kräfte wirken. Beim  Corsaire hingegen wurde  der Mast jeweils auf den Schultern zwischengelagert und dann zügig mit dem Spi-Fall und einem Jütbaum in die Senkrechte gezogen. Für die Lis, mein Leichtgewicht, stellte ich mir das Stellen einfach vor. Doch das Balancieren auf dem unstabilen Anhänger erwies sich als gefährlich für den 72jährigen Eigner. Außerdem hatte der Mast weit mehr Gewicht als erhofft, was das Balancieren noch mal abenteuerlicher machte.  Die Aluprofile bei der Anprobe.  Ich bastelte aus zwei Aluprofilen und einer Aluplatte eine Mastlegevorrichtung. Der Mast sollte neu mit einem Bolzen gesichert werden, sodass er nicht mehr mit einem Balanceakt  in den Mastfuss eingesetzt werden müsste. Das Projekt wurde ein voller Erfolg und das Setzen des Mastes geht jet...

Das stehende Gut

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  Weil ich mein ganzen Seglerleben lang auf Ratschläge gehört hatte, schlug ich auch den neusten eines Kollegen nicht in den Wind: das stehende Gut, bestehend aus zwei Wanten und einem Vorstag, zu ersetzen. Und so fuhr ich eines Morgens nach St-Blaise am Neuenburgersee, wo die Firma Bucher und Walt ihren Sitz hat. Gleich zwei Rigger nahmen sich meinem kleinen Schicksal an, guckten das abenteuerliche Vorstag an, das mit Dyneema verlängert worden war und erklärten mir, das sei neu nicht mehr nötig, weil ich ja eine Rollvorrichtung hätte. Ich sagte etwas verlegen "Ja, genau" und übergab ihnen ein paar Fotos mit allen möglichen Endpunkten. Doch die Profis sagten, die Bilder müssten sie nicht haben und ich solle in einer Stunde wieder kommen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang im Weindorf kehrte ich pünktlich in den Laden zurück und nahm das neue stehende Gut in Empfang. Ich hatte mich auf eine hohe Rechnung gefasst gemacht, doch das Total war gerade mal 166 Franken.  Mast ohne Tr...